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Die Bedeutung unabhängiger Prüfstellen

Beitrag aus Euroheat & Power 32. Jg(2003), Heft 5
Hr. Markowitz
Dipl.-Phys. Bernhard Markowitz, Betriebs­leiter bei der WSG Wärmezähler-Service GmbH



Der erhebliche Preisdruck auf dem Markt für Wärmezähler führt zu einer Verringerung der Qualität bei aktuellen Wärmemessgeräten sowie zu einer Verkürzung der »Innovationszyklen«.
Die Bedingungen des künftigen europäischen Eichrechts werden diese Entwicklungen noch verstärken.
Um so mehr sind staatlich anerkannte, unabhängige Prüfstellen bei den Versorgungsunternehmen notwendig, um die Qualität der Wärmemengenzähler sicherzustellen.


Die Prüfstellen für Wärme bei Versorgungsunternehmen dienen als privatisierte Eichämter dem Verbraucherschutz.
Die angeschlossenen Reparaturwerkstätten setzen Wärmezähler instand.
Dabei werden beim Zerlegen der Geräte vertiefte Kenntnisse über deren Funktionen und Schwachstellen gewonnen.
Mit diesen Erfahrungen können die Versorgungsunternehmen bei der Auswahl besonders messbeständiger Wärmezähler unterstützt werden.
Weiterhin dienen die Erhebungen über Ausfälle in den Netzen und deren Analyse zum gezielten Ausbau fehlerhafter Baureihen.


»Preisdruck« auf dem Wärmezählermarkt


Der gegenwärtig vorhandene erhebliche Preisdruck auf dem Wärmezählermarkt führt zu einer Ver­ringerung der Qualität bei aktuellen Messgeräten.
So kann der Autor ein Ansteigen der Zahl der Reklamationen bei Neugeräten von fast allen namhaften Herstellern feststellen.
Eine weitere Folge dieses Preisdrucks ist eine Verkürzung der »Innovationszyklen« der Wärme­zählertypen.
Das Nachfolgemodell für einen soeben eingeführten Typ ist vor Ablauf der 5-jährigen Eichgültigkeitsdauer bereits auf dem Markt.
Triebkraft dieser Entwicklung ist meist lediglich eine Verein­fachung der Produktion, ohne dass zuvor ausreichend Langzeiterfah­rungen erzielt werden konnten.
In der Europäischen Union soll zur Beseitigung von Handelshemmnissen eine neue Messgeräterichtlinie eingeführt werden.
Es ist eine absehbare Auswirkung dieser Richtlinie, dass sich die oben be­schriebenen Probleme noch verstärken, da dann bisherige Quali­tätssicherungsmechanismen wie Bauartzulassung und Ersteichung entfallen dürfen.
Das Ergebnis dieser Entwicklung ist bei den nicht selbsttätigen Waagen und den Medizingeräten bereits festzustellen.
Bei beiden Mess­gerätearten wurden bei Qualitätsuntersuchungen an verwendeten Geräten teilweise erschreckend schlechte Ergebnisse erzielt.

Staatlich anerkannte, unabhängige Prüfstellen als Garanten der Qualitätssicherung
Die Versorgungsunternehmen ha­ben mit ihren staatlich anerkannten Prüfstellen hier etwas entgegenzu­setzen.
Deshalb ist deren Erhalt auch wirtschaftlich zu sichern. Voraussetzung dafür ist das Vorhan­densein von Originalersatzteilen über einen ausreichend langen Zeitraum, die Bereitstellung von Prüfhilfsmitteln und eine tragfähige Eichkostenverordnung:

  • Es kann beispielsweise nicht hin-genommen werden, dass Ersatztei­le für Geräte, die sich in der ersten Eichperiode nach ihrer Einführung befinden, nicht mehr lieferbar sind. 
  • Ebenso müssen Prüfhilfsmittel für die Verwendung auf universel­len Prüfständen, wie Anschluss­adapter, Software für Prüfung und Justage (NOWA) sowie ausführliche technische Dokumentationen zur Verfügung stehen.
  • Auch ist aus Sicht des Autors eine staatliche Eichkostenordung unver­zichtbar, die die tatsächlich auftre­tenden Kosten der Nacheichung wirtschaftlich richtig abbildet, um einem Qualitätsverlust von Kon­trollmechanismen, wie der unzu­lässigen Verkürzung von Messzeiten vorzubeugen.

Eine weitere Besonderheit von unabhängigen Prüfstellen ist deren Ausstattung mit aufwendigen, uni­versellen Prüfständen für alle am Markt und in den Netzen vorkom­menden Wärmezähler. Sie bilden die Plattform für den Einsatz des normierten Wärmezähleradapters (NOWA).
Ebenso wichtig ist ausreichend qualifiziertes Fachpersonal, das seine Erfahrungen über mehrere Messgerätegenerationen gesam­melt hat. Somit bestehen erhebli­che Unterschiede bei der materiel­len und personellen Ausstattung von Prüfstellen der Versorgungs­unternehmen im Vergleich zu ähn­lichen Einrichtungen bei Herstel­lern und Vertriebsniederlassungen, die lediglich aktuelle Produkte weniger Baureihen unterstützen müs­sen.


   Update: 28. Jan 2011

© 2007 Wärmezähler-Service-GmbH